Die Idee der Wohngemeinschaft

„Nichts ist so stark wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist“ (V. Hugo)

Ein Leben in Würde, geborgen in einer kleinen Gemeinschaft, ist das auch im Alter möglich?
Und vor allem: ist das auch dann vorstellbar, wenn eine Demenzerkrankung auftritt?
Wir sind überzeugt davon.

Eindruck von Demenz-WG ObersteinbachDie Idee ist denkbar einfach: bis zu 12 demenzkranke Menschen leben in einem Haus zusammen. Jede/r Mieter/in hat ein eigenes Zimmer. Die Wohngemeinschaft wird mit den eigenen, über Jahrzehnte lieb gewonnenen Möbeln, Accessoires und Andenken eingerichtet. Gemeinsam genutzt wird das Wohnzimmer und die Wohnküche, die den Mittelpunkt aller Aktivitäten in der Wohngemeinschaft bildet.

Ein ambulanter Pflegedienst übernimmt die Pflege und die individuelle Betreuung der Mieter/innen. Wichtige Entscheidungen wie z.B. die Auswahl neuer Mitbewohner/innen oder des ambulanten Pflegedienstes trifft ein Angehörigen-Gremium, das regelmäßig zusammen kommt und das Miteinander in der Wohngemeinschaft ganz entscheidend prägt.

www.wegweiser-gerontopsychiatrie-mittelfranken.de

www.demenz-wg.de

Hintergründe und Rahmenbedingungen

Seit vielen Jahren gibt es in Frankreich und den Niederlanden ambulant betreute Wohngemeinschaften für demenzkranke Menschen. In Deutschland sind bereits in den 90er Jahren die ersten Wohngemeinschaften entstanden (www.kda.de). Schätzungen gehen inzwischen von über 500 Wohngemeinschaften im gesamten Bundesgebiet aus. Für Bayern fehlt eine aktuelle Übersicht.

In der Region Nürnberg/Fürth/Erlangen sind inzwischen 14 Wohngemeinschaften entstanden (www.agvb.de, www.wegweiser-gerontopsychiatrie-mfr.de).

Das in manchen Bundesländern der Aufbau von Wohngemeinschaften nur schleppend voran geht, hat drei Gründe:

  • die rechtlichen Rahmenbedingungen sind – wie z.B. das Pflege- und Wohnqualitätsgesetz in Bayern – eher hemmend
  • günstige und geeignete Immobilien fehlen
  • es ist schwer, einen Investor zu finden, da der Anreiz fehlt aufgrund geringer bzw. nicht vorhandener Renditen

Die Genossenschaft

Der Weg über die Genossenschaft

Die Genossenschaft will ambulant betreute Wohngemeinschaften mit einem klaren, nicht Gewinn orientiertem Konzept unterstützen und die Finanzierung der Immobilien realisieren.

Nicht eine hohe Rendite ist der Leitgedanke. Der Gewinn liegt in der Wahrung der Würde von demenzkranken Menschen gepaart mit gesunden Arbeitsbedingungen für das Pflege- u. Betreuungspersonal.

Als erstes konkretes Projekt befindet sich eine ambulant betreute Wohngemeinschaft gemeinsam mit der Gemeinde Kammerstein bei Schwabach/Mfr. in Planung. Bürgerbeteiligungsmodelle, wie wir sie aus dem Bereich der regenerativen Energien kennen, dienen als Vorbild und machen Mut und Hoffnung, mit dem Modell der Genossenschaft das Ziel erreichen zu können.

„In jeder Gemeinde eine Wohngemeinschaft, das ist unsere Vision.“

Was ist eine Genossenschaft?

Genossenschaften bieten uns die Möglichkeit, über eine Gemeinschaft ein Ziel zu erreichen, dass die Kapazitäten einzelner Personen übersteigt. Im Verlauf der letzten 150 Jahre haben sich in den verschiedensten Märkten Genossenschaften etabliert (z.B. Wohnen, Finanzen, Land- und Forstwirtschaft, Energiegewinnung, Soziales).

In Deutschland existieren inzwischen über 5.000 Genossenschaften. Hinsichtlich Größe und Struktur zeigen Genossenschaften große Unterschiede. Eine eingetragene Genossenschaft kann über beliebig viele, muss jedoch über mind. drei Mitglieder verfügen. Zweck und Ziel der Genossenschaft wird in einer Satzung festgeschrieben. Die rechtliche Grundlage bietet das Genossenschaftsgesetz. Demzufolge muss eine Genossenschaft ins Genossenschaftsregister eingetragen sein und über drei Organe verfügen: einen Aufsichtsrat, einen Vorstand und die Generalversammlung. Jedes Mitglied kann beliebig viele Genossenschaftsanteile zeichnen, erhält aber in der Generalversammlung nur eine Stimme.

Zentrales Merkmal einer Genossenschaft ist, dass die Mitglieder zugleich Eigentümer und Kunden ihrer Genossenschaft sind und dass Genossenschaften auf einem Wertekodex basieren. Werte wie Selbsthilfe, Selbstverantwortung, Demokratie, Gleichheit und Solidarität stehen im Mittelpunkt des Engagement und der Aktivitäten von Genossenschaften.

www.genossenschaften.de/was-ist-eine-genossenschaft

www.genossenschaftsverband.de/gruender/genossenschaft-gruenden/Die_eingetragene_GS.pdf

Ich beteilige mich an der Initiative, weil ...

Hans-Jürgen Grosser, ehrenamtlicher Vorstandsvorsitzender diverser Genossenschaften:

Ich orientiere mich an dem Motto von Desmond Tutu, Erzbischof von Kapstadt und Friedensnobelpreisträger „Tue etwas Gutes, wo immer du bist. Es sind all die Kleinigkeiten, die zusammen die Welt verändern.“ Deshalb engagiere ich mich auf vielen Ebenen, im kulturellen genauso wie im sozialen Bereich. Denn jeder von uns kann etwas ändern, man muss nur damit anfangen.

Helmut Lorenz, Steuerberater:

Die Demenzkrankheit kenne ich aus dem Familienkreis. Mit der geplanten Wohnform können sich die Betroffenen und die Angehörigen am besten identifizieren. JEDER kann betroffen sein oder werden. Der Genossenschaftsanteil schafft wahre Werte in unserer Region. Nicht die Rendite steht bei mir im Vordergrund, sondern die Geldanlage mit SINN und mit dem Geld etwas Gutes zu tun. Als Garant dafür sehe ich die Vorstandschaft, die ich nicht nur persönlich kenne, sondern besonders wertschätze. Die erzielbare und geplante Rendite der Genossenschaft werde ich voraussichtlich ebenfalls gemeinnützigen Zwecken zur Verfügung stellen. Damit die Genossenschaft ihre Ziele erreicht, stehe ich gerne mit Rat und Tat gerne zur Seite.

Meike Lezius, Diplom-Gerontologin:

Als Gerontologin weiß ich um die zu erwartenden demographischen Entwicklungen in Deutschland, die uns in den nächsten Jahren einen Pflegenotstand prognostizieren. Gründe dafür gibt es viele. Die schlechten Arbeitsbedingungen in der Pflege tragen entscheidend dazu bei: ein Beruf, der kaum gesellschaftliche Anerkennung verspricht, schlecht bezahlt ist und aufgrund der hohen Arbeitsverdichtung an die Grenze der Belastbarkeit führt, ist schlicht und ergreifend nicht attraktiv. Wissenschaftliche Untersuchungen zur Arbeitszufriedenheit in Wohngemeinschaften sprechen eine andere Sprache: die Mitarbeiter/innen zeichnen sich durch eine hohe Arbeitszufriedenheit aus, es gibt kaum Krankenstände, Burnout ist kein Thema. Gemeinsam mit Heiner Dehner setze ich mich seit mehr als 10 Jahren für den Aufbau von ambulant betreuten Wohngemeinschaften ein. Für mich ist der Weg der Pflege und Begleitung demenzkranker Menschen in Wohngemeinschaften die richtige Alternative zu den klassischen Formen der Altenhilfe. Denn: nur ein gutes Arbeitklima und menschliche Arbeitsbedingungen ermöglichen eine sorgfältige und einfühlsame Versorgung in der Pflege.

Dr.med. Richard Mahlberg, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie:

Heimatsnahes Wohnen in der vertrauten örtlichen Umgebung, in der man aufgewachsen ist oder einen Großteil seines Lebens verbracht hat; in der man die Wege zur Bäckerei, zum Einkaufsladen zur Kirche zum Kaffee kennt; in der biografische Erinnerungen an vergangene Zeiten haften; in der vertraute Menschen anzutreffen sind – das alles ist für uns alle, aber für demenzkranke ältere Menschen ganz besonders wichtig. Der Königsweg zu einer Betreuung von Menschen mit Demenz sind Wohngemeinschaften inmitten der örtlichen Lebensgemeinschaft, aufgebaut und betrieben von den Menschen vor Ort. Ich freue mich auf das Projekt und darauf, an möglichst vielen Orten zu zeigen, dass unsere idealistischen Lösungsvorschläge in der Realität bestehen können.

Andreas Zottmann, Immobilienfachwirt:

Ich glaube, dass sich eine Gesellschaft daran messen lassen muss, wie sie mit den Schwachen, den Kranken, den Behinderten und den Alten umgeht. Dabei ist jeder einzelne gefordert – soweit er erkennt, dass in bestimmten Bereichen die Politik versagt – eigene Initiativen zu entwickeln und umzusetzen. Massenhafte Unterbringung sowie schwierige Arbeitsbedingungen für das Pflegepersonal kennzeichnen viele der heutigen Einrichtungen. Die Demenz-WG als Genossenschaftsmodell sehe ich als Antwort auf diese Umstände und damit als aktiven Beitrag zur sozialen Entwicklung unserer Gesellschaft. Mir gefällt der Ansatz, dem Geld ein soziales Gewissen zu geben. Rendite ja – aber nicht um jeden Preis! Außerdem verbindet mich eine langjährige Freundschaft mit Frau Souradny. Für sie ist es eine Herzensangelegenheit, bessere Lebensbedingungen für Demenzbetroffene zu schaffen.

Wie sieht eine Beteiligung aus?

Voraussetzung für den Beitritt zur Genossenschaft ist die Einbringung eines Geschäftsanteils. Ein Geschäftsanteil beträgt 1.000 Euro.

Der Geschäftsanteil (das Geschäftsguthaben) kann auf das Bankkonto der Genossenschaft überwiesen werden werden. Auf Ihr Konto werden dann auch die potentiellen späteren Dividenden überwiesen.

Ihr Genossenschaftsanteil wird auf dem Konto der Genossenschaft angelegt und eingesetzt, sobald ein Projekt realisiert wird. Bei einem Projekt handelt es sich immer um den Bau einer ambulant betreuten Wohngemeinschaft für demenzkranke Menschen.

Bankverbindung der Genossenschaft „VergissMeinNicht eG. Demenz Wohngemeinschaft":
Raiffeisenbank Heilsbronn-Windsbach – Zweigstelle Rohr
Kontonr.: 520900
BLZ: 760 696 63

Unser Projekt

Unsere Genossenschaft plant zur Zeit ein Projekt in:

  • Kammerstein

"Vorzeigeprojekt für demente Senioren" (www.donaukurier.de)

Vorstand & Aufsichtsrat

VORSTAND:

Andreas Zottmann (Vors.)

Roland Hofmann

AUFSICHTSRAT:

Hans-Jürgen Grosser (Vors.), Tanja Bauer, Volker Haßlinger, Karl-Heinz Roser, Pamela Schmidt, Brigitte Souradny, Monika Volkert, Bernd Weiß

REGISTEREINTRAG:

Registergericht: Amtsgericht Nürnberg

Registernummer: GnR 330

Downloads (inkl. Beitrittserklärung)

Presse

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